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Einrichtungsstile / Skandinavischer Stil

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Skandinavischer Einrichtungsstil

„Här kommer Pippi Långstrump, tjolahopp, tjolahej, tjolahoppsan-sa.“ Bei diesen Zeilen kommen Kindheitserinnerungen auf. Wir denken an weite Wiesen, glasklare Seen, dichte Wälder, bunte Holzhäuschen und Gemütlichkeit. Und genau für diese Verbindung aus Natur und Geborgenheit steht auch der skandinavische Einrichtungsstil: Ursprüngliche Materialien, klare Formen und leuchtende Farben machen ihn so besonders. Kein Wunder, dass er immer beliebter wird und das Design der nordischen Länder Einzug in die Wohnungen und Häuser der ganzen Welt gehalten hat – und wir sprechen hier nicht von IKEA.
Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen stehen für exquisites Interior-Design. Das kommt nicht von ungefähr: In den mitunter sehr kalten Wintern in der nördlichen Hemisphäre spielt sich ein Grossteil der Aktivitäten in den eigenen vier Wänden ab. Nur konsequent also, dass die Skandinavier ganz besonders um ein schönes Heim bemüht sind. So kommen einige der berühmtesten Designer wie Arne Jacobsen oder Eero Saarinen aus dem hohen Norden Europas.

Schlichte Eleganz mit Gefühl

Die Skandinavier – egal welcher Nation sie auch angehören – lieben es schlicht. Es gehört nicht zu ihrem Naturell, mit ihren Besitztümern zu prahlen. Statt alles mit Gold zu verzieren und auf Prunk zu setzen, gibt sich der Nordmann – und auch die Nordfrau – eher sophisticated und überzeugt durch schlichte Eleganz, der aber immer ein raffiniertes Design zugrunde liegt. Die Liebe zum Detail ist es, die den skandinavischen Einrichtungsstil so besonders macht. Alles ist bewusst und mit Bedacht ausgewählt und arrangiert – es steckt Herzblut in jedem Deko-Element und jedem Möbelstück.

Schnörkel? Nein, Danke!

wohnen_stilrichtungen_skandinavisch_bild3Verspielte Details, überbordende Akzente oder auffällige Schnörkel und Verzierungen findet man bei den Skandinaviern selten. Zeitlose Eleganz ist Trumpf. Die Formen sind klar, schlicht und geradlinig – Ole, Lasse, Sören, Mette und Co. sind eben echte Pragmatiker. Und: im skandinavischen Wohnstil zeigt sich die Verbundenheit zur Natur. Vor allem natürliche Materialien wie Holz, Stein oder Wolle finden sich im typisch nordischen Haushalt.

wohnen_stilrichtungen_skandinavisch_bild2Natur im Haus

Skandinavien besteht zu gefühlt 130 Prozent aus Wäldern – von den Seen einmal abgesehen. Aus diesem Grund ist Holz eines der wichtigsten Elemente skandinavischen Möbeldesigns und des gesamten Wohnstils. Leichte, fast schwebende Tische aus dünnen Holzplatten sind ebenso Klassiker, wie die ikonischen dreibeinigen Stehleuchten. Im Gegensatz zu den hierzulande gern gewählten Hölzern wie Eiche oder Walnuss verwenden Schweden, Dänen & Co. eher hellere Sorten: Birke, Fichte und Kiefer. Diese wirken warm, gleichzeitig vergrössern sie den Raum optisch. Schlichte Schränke und Stühle aus diesen Materialien sind typisch. Kommt noch ein baumwollbezogenes Sofa in einem leichten Cremeton hinzu, ist der erste Schritt hin zu einem typischen „Scandinavian Home“ getan. Eine kuschelige Decke und ein riesiger Teppich aus Wolle mit einem klassischen skandinavisch-geometrischen Dessin wirken als Blickfang. Auch ein Designer-Sessel aus hochwertigem Leder macht sich in Kombination dazu gut – Materialmix à la Skandinavien.

Auf die Details kommt es an

Obwohl Schlichtheit der Grundpfeiler des Scandinavian Designs ist, wird doch besonderer Wert auf die Details gelegt. Das wird zum Beispiel bei den Lampen deutlich: Sie sind meist geradlinig, aber doch kunstvoll entworfen, und tauchen den gesamten Raum in ein wohliges Licht. Nicht umsonst sind Klassiker wie die Hängeleuchte A331 von Alvar Aalto auch heute noch voll im Trend. Ganz wichtig sind ausserdem passende Accessoires wie kunstvoll bemalte Keramikvasen in ausdrucksstarken Farben. Besondere Design-Highlights wie ein auffälliger Zeitungsständer oder eine schöne Tischleuchte gehören ebenfalls unbedingt dazu.

Farben und Muster

wohnen_stilrichtungen_skandinavisch_bild4wohnen_stilrichtungen_skandinavisch_bild1Und was macht der Skandinavier, um etwas Licht in den tristen und langen Winter zu bringen? Richtig, er dekoriert seine Wohnung mit kräftigen und strahlenden Farben! Rot, Gelb, Blau und Grün leuchten um die Wette und werden ergänzt durch sanfte Pastelltöne. Bunt gemusterte Textilien oder Porzellan sind allgegenwärtig. Auch stilisierte Tiere, Pflanzen und Blätter als Dessin stellen klassische Markenzeichen dar, wenn man sich skandinavisch einrichtet – ein spannender Bruch zur ansonsten fast puristischen Linie.

Design-Klassiker aus Skandinavien

Die Skandinavier sind wahre Design-Fanatiker. Aus diesem Grund gehört zu ihrem Einrichtungsstil auch immer mindestens ein hochwertiges Highlight in jeder Wohnung. Wer selbst ein authentisches Scandinavian Home haben möchte, sollte sich darum von den Ikonen des nordischen Stils inspirieren lassen und entweder ein Original oder eine Replik sein Eigen nennen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Grand Prix Chair von Arne Jacobsen, dem berühmten Panton Chair, den es in allen Farben des Regenbogens gibt, oder dem Tulpentisch des Finnen Eero Saarinen? Oder darf es lieber ein hochwertiger Stoff des Labels Marimekko mit einem typisch nordischen Print sein? Vielleicht nicht unbedingt günstig, dafür aber zeitlos schön. Diese Teile hat man für sein Leben.

Die Skandinavier verstehen es, sich stilvoll einzurichten. Klassische, geradlinige Formen ohne Schnörkel zeichnen ihr Design aus. Praktisch, natürlich und doch emotional. Kein Wunder, dass es derzeit einer der angesagtesten Interior-Trends schlechthin ist. Und dadurch, dass dieser Stil oft sehr urban ist, wirkt er überall auf der Welt: chic, hochwertig und sophisticated.