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Einrichtungsstile / Maritimer Stil

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Maritimer Stil

wohnen_stilrichtungen_maritim_bild1„Ahoi, Matrose“ – der maritime Einrichtungsstil ist nicht nur etwas für Seebären, sondern auch für ausgesprochene Landratten, die sich das Meer lieber vom Strand aus anschauen. Dabei lässt sich dieser Stil ganz unterschiedlich interpretieren: Einige mögen es besonders bodenständig friesisch – inklusive Nordseesand und Dekoartikeln in Form von Seesternen, Muscheln und Möwen. Gediegen und entspannt wird es hingegen, wenn man die Fischerdörfer rund um die südfranzösische Küste am Mittelmeer als Sujet wählt.

Für den etwas luxuriöseren Geschmack stehen bei der maritimen Einrichtung die amerikanischen Hamptons vor den Toren New Yorks Pate. Eines ist allerdings allen gemein: Sie holen den Flair von Meeresluft und einer kühlen Brise in die eigenen vier Wände.

Blau und Weiss: Die Signalfarben

wohnen_stilrichtungen_maritim_bild3Kaum ein anderer Einrichtungsstil macht es – zumindest in puncto Farbwahl – einfacher, den richtigen Ton zu treffen. Maritim bedeutet hauptsächlich die Verwendung von Weiss, Blau und einigen roten Akzenten. Dieses Farbschema geht schlicht und einfach auf die traditionelle Seefahrt zurück, die sich schon immer dieser Farben bediente. Die drei Farben waren auch auf hoher See sehr gut voneinander zu unterscheiden und wurden darum international verwendet. Das dunkle Blau, wie es noch heute bei Marineuniformen zu sehen ist, wird im englischen Sprachraum daher auch als Navy bezeichnet. Ausserdem erinnert heute wie damals noch das Weiss an die Wolken über dem Meer und das Blau an die kühle See. Gerade als Streifen wecken diese beiden Farben in fast jedem Menschen ganz automatisch Erinnerungen an das Meer – insbesondere an die Hochsee.

Strand und Meer in den eigenen vier Wänden

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Neben dem vorgegebenen Farbkonzept erlaubt der maritime Stil nahezu alles, was gefällt – solange es mit der See zu tun hat. Ein weisses Bett – je nach Geschmack auch gerne ein Himmelbett – mit blau-weiss gestreifter Bettwäsche oder Gardinen in gleicher Farbstellung sind ein maritimer Blickfang. Atmosphärisch wirken Bilder von historischen Segelschiffen oder idyllischen Strandimpressionen an den Wänden. Für den Fussboden sind abgezogene, geweisste Dielen optimal, denn sie erinnern an das hölzerne Bootsdeck. Dabei sind, wie auch bei allen „maritimen“ Möbeln, kleine Schönheitsmakel und Gebrauchsspuren kein Problem, denn erst sie schaffen eine herrliche Used-Optik wie auf einem Schiff, das schon lange im Einsatz war und von Wind und Wetter gezeichnet ist.

Bei den Einrichtungsgegenständen ist übrigens Weiss generell immer die beste Wahl, da es den freundlichen Strandcharakter unterstreicht. Für die abendliche Gemütlichkeit sind hohe, gläserne Windlichter mit Stumpenkerzen unentbehrlich. Um diese noch „seetauglicher“ zu gestalten, befüllt man die Gläser mit Sand und Muscheln. Alte Holztafeln, die an die Menüs von Fisch-Restaurants erinnern, verfehlen ihre Wirkung nicht: Sie rufen sofort Fernweh hervor und passen perfekt zum Look. Um den maritimen Stil zu komplettieren, ist ein langweiliger Wohnzimmertisch alles andere als optimal. Eine hölzerne Retro-Truhe passt da doch viel besser. Ein Highlight für Balkon, Garten oder Terrasse ist übrigens ein eigener Strandkorb. Wer darin bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang anschaut, hört förmlich das Meeresrauschen.

Do it yourself

Gerade bei den Accessoires und der Dekoration darf alles eingesetzt werden, was am Strand und an der Küste vorkommen kann: Von Treibholz über Seesterne bis hin zu Rettungsbojen – so man den nötigen Platz für die grossen Lebensretter zur Verfügung stellen kann. Auch Taue und Netze sind willkommen, da sie an die Fischerei und das Leben am Meer erinnern. Das Schöne an diesem Einrichtungsstil ist, dass er mit etwas bastlerischem Geschick und geringem (finanziellen) Aufwand sehr leicht umzusetzen ist. Beim nächsten Seeurlaub sollte man also die Augen offen halten und sich die entsprechenden „Deko-Artikel“ direkt vom Strand mitbringen – maritimer Stil als Do-it-yourself-Abenteuer! Ein Abstecher auf den Flohmarkt lohnt sich übrigens ebenfalls, wenn man eine authentische Seemanns-Atmosphäre schaffen will. Oft findet man hier wahre Schätze, wie zum Beispiel Schiffsglocken aus Messing, Leuchtturmlampen, alte Sextanten oder Fernrohre. Sie machen den Look komplett und sind ein absolutes Highlight in der Wohnung. Alte Messinglampen in den Fenstern sorgten früher dafür, dass der Seemann gut nach Hause findet. Diese Tradition sollte man übernehmen – so hat man auch gleich eine authentische Geschichte zur neuen Einrichtung.

wohnen_stilrichtungen_maritim_bild4Wer nicht gleich seine ganze Wohnung im maritimen Stil gestalten will, der kann auch erst mal mit nur einem Raum anfangen. Vor allem das Bad eignet sich dafür hervorragend. Der eigenen Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wandtattoos mit entsprechenden Motiven – wie etwa Möwen, Seesternen, Leuchttürmen & Co. – bringen einen frische Note in die Wohlfühloase. An der Wand befestigte Netze, in die man Muscheln und sonstiges Treibgut einwebt, sind ebenso eine passende Dekoration.
Wer es lieber etwas rauer möchte, der kann sich aber auch von den Piraten inspirieren lassen. Eine Totenkopf-Flagge im Wohnzimmer sorgt garantiert für Begeisterung bei allen Gästen.

Der maritime Stil ist seit vielen Jahren sehr angesagt und holt eine kühle Meeresbrise in die eigenen vier Wände. Stilecht speist man am Abend Meeresfrüchte von maritim gestaltetem Geschirr in der Kombüse (Küche) und legt sich dann in die Kajüte (Schlafzimmer) zur Ruhe. Na, dann: Mast und Schotbruch!