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Einrichtungsstile / Klassischer Stil (Brit Style)

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Brit Style

Die Queen hat sich zu einem Five o’Clock Tea eingeladen? Herzlichen Glückwunsch! Damit sich die gute Elizabeth vollkommen wohlfühlt und von der Wohnung auch „very amused“ ist, sollte die Einrichtung den klassischen Charme des Brit Style versprühen: traditionell, schick und gediegen. Doch auch bei normalen Gästen kann man mit diesem sophisticated Interior Design punkten. Stilecht umgesetzt, fühlen sich Bewohner und Besucher wie auf einem Anwesen inmitten der grünen Natur Grossbritanniens. Und auch hierzulande findet dieser Look immer mehr Anhänger. Kein Wunder, denn er ist wohnlich und unaufdringlich zugleich. Schwere Möbel aus dunklem Holz gesellen sich zu klassischen Blumenprints und einer Prise Landhausstil. Eine wahre Collage aus verschiedenen Einflüssen, die sich harmonisch zu einem eigenen Stil zusammensetzen. Gediegener Charme und kuschelige Heimeligkeit perfekt kombiniert. Beim Thema „schickes Wohnen“ können wir von unseren Inselnachbarn also einiges lernen.

Keep calm and carry on

Chesterfield-SofaDer Brit Style ist sehr klassisch und verzichtet überraschenderweise auf das so typische „Pomp & Circumstance“. Neonfarbene Highlights, ultramodern-minimalistische Möbel oder hochherrschaftlichen Glamour à la Ludwig XIV. sucht man hierbei vergeblich. Der Brit Chic überzeugt vielmehr durch seinen in sich ruhenden über die Jahrhunderte tradierten Look: Alles passt zusammen und fügt sich zu einem Bild. Kein Stück in der Wohnung fällt aus dem Rahmen. Ein Klassiker, der dies verdeutlicht und der in keiner Brit-Style-Wohnung fehlen darf, ist das Chesterfield-Sofa. Das wuchtige Möbel in antikem Look aus dickem Leder und mit den typischen Nieten ist ein Design-Klassiker, der sofort an ein altes Landschloss mit stilechter Bibliothek denken lässt. Perfekt harmoniert dazu ein Regal im Vintage-Look, das mit Klassikern der englischen Literaturgeschichte – zum Beispiel von William Shakespeare, William Blake oder Jane Austen – bestückt ist. Mit einer Bibliothekslampe aus Messing und grünem Glasschirm, einem grossen Perserteppich sowie einem Kamin fühlt man sich im eigenen Wohnzimmer wie in einem klassischen Manor-Herrenhaus. Wer es etwas moderner mag, der liegt auch mit einem Teppich mit eingeknüpftem Union Jack genau richtig – die Briten sind ihrem Land schliesslich treu ergeben und zeigen stolz Flagge.

wohnen_stilrichtungen_britstyle_bild2Tradition und Erbe als Stilmittel

Anhand des Wohnzimmerbeispiels erkennt man bereits, was bei diesem Einrichtungsstil das Wichtigste ist: die althergebrachte Tradition. Die Beliebtheit des Brit Styles hat darum auch viele Möbelhersteller dazu gebracht, alte Klassiker neu aufzulegen oder diese modern zu interpretieren. Selbstverständlich findet man mitunter auf Flohmärkten Originale, doch oft sind diese in einem schlechten Zustand und müssen teuer aufgearbeitet werden. Ein zweiter Blick lohnt sich daher.
Das Schöne am Brit Style ist, dass man sich von alten Filmen inspirieren lassen kann, die im London des 19. Jahrhunderts spielen. Bestens geeignet sind hierfür die Sherlock-Holmes-Filme. Dort findet man mitunter den Klassiker für Flurböden: das stilechte Schachbrettmuster. Es wirkt edel und aufregend zugleich und wertet diesen oftmals sträflich vernachlässigten Raum auf. Kombiniert man dazu klassische Ölgemälde britischer Maler wie William Turner, greift man eines der Kernelemente des Brit Styles auf: die Tradition. Der stiefmütterlich behandelte Raum wird so zum wahren Highlight.

Mix and Match

wohnen_stilrichtungen_britstyle_bild3Wer nun allerdings befürchtet, der Brit Style bestehe nur aus alten Klassikern, die schnell wuchtig wirken können, der kann eines Besseren belehrt werden. Denn der Look bedient sich noch weiterer Elemente, wie zum Beispiel Versatzstücken des bekannten Landhausstils. So setzt zum Beispiel das Schlafzimmer mit einem grossen, gemütlichen Bett einen Kontrapunkt zum eher gediegenen, dunklen Wohnzimmer. Hier kann man mit verschiedensten Blumenmustern spielen. Vorhänge und Bettwäsche mit einem Druck aus Teerosen sind „very british“ und korrespondieren perfekt mit einem grossen Kleiderschrank aus Teakholz.

In Verbindung mit puderigen Pastelltönen an den Wänden erinnern sie an das typische Landleben an den Küsten von Cornwall – Rosamunde Pilcher lässt grüssen. Passende Accessoires schaffen eine herrliche Atmosphäre. Man sollte allerdings aufpassen, dass der Gesamteindruck nicht allzu verspielt wirkt! Die Briten haben zwar etwas für Kitsch übrig, aber in einer Puppenstube möchten auch sie nicht leben. Also lieber mit einzelnen Dekoartikeln für ein Highlight sorgen, anstatt sich mit zu vielen Accessoires zu überlasten.

wohnen_stilrichtungen_britstyle_bild5Denkt man an die britischen Inseln, kommt aber auch noch ein weiteres Stilelement in den Sinn: das Karomuster. Der korrekte Begriff lautet allerdings „Tartan“ und stammt von den Schotten. Sie trugen schon vor Jahrhunderten dieses typische Muster auf ihren Kilts. Dabei hatte jeder Clan ein eigenes sogenanntes „Check“, dass die Herkunft zeigte. Es ist also als eine Art Abwandlung eines Familienwappens zu verstehen. Wer mutig ist, verziert eine ganze Wand mit einer entsprechenden Tapete. Für den Anfang tut es jedoch schon eine Karo-Decke über dem Chesterfield-Sofa. So holt man sich einen Touch schottischer Tradition in die Wohnung.

wohnen_stilrichtungen_britstyle_bild4Was ausserdem nicht fehlen sollte, ist eine Mini-Bar in Form eines Globus‘, der sich öffnen lässt und seine hochprozentigen Schätze freigibt. Denn selbst Queen Mum hat die Teetasse zu gegebener Zeit gerne einmal gegen einen Tumbler getauscht. Cheers!

Der Brit Style ist gefragt wie nie, da er altehrwürdigen Charme in die eigenen vier Wände bringt und dem Wohnungseigentümer das Gefühl vermittelt, er sei ein englischer Earl auf seinem Landsitz. Wie könnte man edler entspannen, wenn man nach Hause kommt?