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Barock

Der Hof des als der Sonnenkönig in die Geschichte eingegangenen Louis XIV. dient als Vorbild eines bis heute beliebten Einrichtungsstils: dem barocken Design. Hier darf aus dem Vollen geschöpft werden: Pomp, Glanz und Gloria sind die stilistischen Schlagwörter. Alles, was funkelt und an hochherrschaftliche Königshäuser vergangener Epochen erinnert, darf sich wiederfinden. Ein „Zuviel“ ist schlicht nicht möglich. Riesige Spiegel mit goldverzierten Rahmen, Stuck an den Decken, opulente Kronleuchter, Polstersessel, Vertäfelungen und klassische Schminkspiegel sind nur einige der vielen Möbel und Dekorationsmöglichkeiten, die den royalen Glanz in die eigenen vier Wände holen können.

Hier ist alles Gold, was glänzt

wohnen_stilrichtungen_barock_bild1Die Epoche des Barock bezeichnet die Zeit zwischen 1575 und 1770. Sie nahm die Formelemente der Renaissance auf, übersteigerte diese jedoch mit ausschweifend opulenten Verzierungen. Schnörkel, Engel, Kringel und Gold zeigten auf dramatische Weise das Streben nach Reichtum und Bewegung. Dies spiegelte auch die Herrschaftsform des Absolutismus wider. Könige wurden zu Alleinherrschern, die sich gottgleich verehren liessen und sich entsprechend pompöse Residenzen schufen. Eines der klassischen Beispiele hierfür ist das Schloss Versailles von König Ludwig XIV., nahe Paris.

Waren Formen in der Renaissance noch klar strukturiert, wurden diese im Barock durch die überbordenden Verzierungen aufgelöst: Kuppeln, Fensterkronen und Ornamente fanden sich in sämtlichen Bauwerken und Möbeln wieder und sollten die hochherrschaftliche Wirkung ins unermessliche steigern. Um diesen Effekt zu maximieren, spiegelte der massenhafte Gebrauch von Gold gleissend hell das Licht wider.

„Modernes“ Barock

Der barocke Stil verzaubert den Betrachter mit seiner einzigartigen Opulenz. Kaum einer, der nicht sprachlos im Schloss Versailles steht und sich gar nicht satt sehen kann an der Schönheit. Man weiss fast gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. In jeder noch so kleinen Ecke finden sich feinste Verzierungen, die die Blicke auf sich ziehen. Diesen imposanten Eindruck möchten sich viele auch gerne in die eigenen vier Wände holen. Da Originale kaum zu bekommen sind – oder deren Preis sich in überirdischen Sphären abspielt – haben viele Möbelhersteller Nachbauten oder moderne Neuinterpretationen auf den Markt gebracht. Diese sollten unbedingt zentraler Kern des Barock-Stils im eigenen Heim sein. Ein gestreifter, samtbezogener Louis-XIV.-Sessel mit dem typisch ovalen Rückteil, den geschwungenen Beinen und den reich verzierten Armlehnen passt perfekt zu einem herrschaftlichen Zweisitzer mit Holzrahmen. Ein Tisch mit kleinen Schubladen und goldenen Beschlägen macht das Bild komplett. An diesem können Gäste zum Tee in feinstem Porzellan empfangen werden. Als Tapete eignet sich ein königliches Muster, wie zum Beispiel das „Fleur-de-lis“, das stilisierte Lilien – ein königliches Ornament – darstellt. Ein Kunstdruck, der zum Beispiel König Ludwig selbst zeigt, wird die Gäste endgültig zum Staunen bringen.

Das Boudoir

Keine barock eingerichtete Wohnung ohne echtes Boudoir. Nur mit ihm kann man sich wirklich fühlen wie Marie Antoinette. Ursprünglich war das Boudoir (französisch für schmollen) ein „kleines“ Zimmer, in das sich die Dame des Hauses zurückziehen konnte. Stilecht stellt man in dieses einen opulenten Kleiderschrank, der reich verziert und selbstverständlich mit Gold beschlagen ist. Auch feinste Malereien auf den Türflügeln sind ein Hingucker. Ein verschnörkelter Frisiertisch mit einem grossen Spiegel versteht sich natürlich von selbst. In ihm spiegelt sich das Licht des an der Decke montierten Kronleuchters wider, der so viele Flammen wie möglich haben sollte.

Das Bad

Auch hier hört der Prunk nicht auf. Besonders schön wirken goldverzierte Armaturen. Eine freistehende Badewanne mit Löwenfüssen und einem Zulauf, der die Silhouette eines wasserspeienden Fisches hat, machen den Look perfekt. Mit einem grossen, goldumrahmten Spiegel und einem schönen Lüster wird die Morgentoilette zum barocken Happening.

Das Schlafzimmer

wohnen_stilrichtungen_barock_bild2Das Schlafzimmer war für die barocken Könige – neben den riesigen Ball- und Empfangssälen – zentraler Punkt des Lebens im Schloss. Hier wurde in puncto Opulenz nicht gespart. Wer diesen Einrichtungsstil liebt und ihn auch Zuhause geniessen will, sollte sich an den Hoheiten orientieren. Schwere Vorhänge aus Samt oder Brokat in klassischem Rot oder Blau sorgen für ein königlich anmutendes Schlafgemach. Für den perfekten Look ist ein Himmelbett mit goldenen Verzierungen und einem Baldachin aus dem gleichen Stoff wie dem der Vorhänge optimal. Zudem sollten Unmengen von Rüschenkissen, die sich farblich harmonisch einfügen, zum Einsatz kommen. Als Bodenbelag passt – wie in allen anderen Räumen – hochwertiges, dunkles Parkett am besten – es wirkt luxuriös und bildet eine harmonische Einheit mit kostbaren Materialien wie Samt, Brokat und Gold.

Dekoration

Goldene, mehrflammige Kerzenständer dürfen jeden Raum beleuchten. Darüber hinaus sind Teeservice mit floralen Mustern und ornamentalen Verzierungen ebenso ein Must-have wie Decken aus Kunstpelz, die locker über dem Bett oder Sofa drapiert werden. Güldenes Besteck und Goldrandteller sind hier natürlich die einzig wahre Art zu speisen.
Beim barocken Einrichtungsstil ist mehr wahrlich mehr und er ist sicher nichts für Puristen. Hier wird in die Vollen gegangen: Schnörkel, Gold und Verzierungen im Übermass! Das ist die Devise.